GrenzRaumSee

Eine ethnographische Reise durch die Bodenseeregion

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Naturraum Bodensee

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Symbolik und Praxis des Umweltschutzes

Durch vielfältige Aktivitäten im Umwelt- und Naturschutz ist die Region heute für ihre intakte Natur und sauberes Wasser bekannt. Touristische, kommunale und regionale Darstellungen des Bodensee­gebiets erfahren dadurch eine Aufwertung.

Das Ökosystem Bodensee war jedoch lange Zeit durch Abwässer aus Industrie, Landwirtschaft und Haushalten stark gefährdet. Von den 1960er Jahren bis Ende der 1980er Jahre war die Belastung des Seewassers durch anorganische Nährstoffe dramatisch. Die Darstellung der langjährigen Phosphormessungen der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) machte den Einfluss der Menschen auf den See sichtbar und markierte auch ein politisches Umdenken. Der umfassende Bau von Kläranlagen, der vor allem von der Internationalen Bodensee­konferenz (IBK) seit den 1970er Jahren vorangetrieben wurde, konnte das Umkippen des Sees verhindern. Das wieder saubere Wasser ist eine Grundlage für das gute Image des Sees, das dem Tourismus und dem Vertrieb von regionalen Produkten zugute kommt.

Die Ausgleichsflächen der wirtschaftlich starken Region sind die Naturschutzgebiete am See. In Deutschland, Österreich und der Schweiz haben Naturschutzgebiete sowie der Natur- und Umweltschutz insgesamt einen unterschiedlichen Stellenwert. Obwohl internationale Umweltschutzabkommen wie die „Natura2000“-Richtlinie der EU eine Zusammenarbeit einfordern, werden die Naturschutzgebiete in den Anrainerstaaten getrennt verwaltet und sind in keinem größeren Verbund zusammengeschlossen. Zu den größten Schutzgebieten gehören das Naturschutzgebiet Rheindelta, das Wollmatinger Ried und das Eriskircher Ried.

Sie bilden im Geflecht von internationalen Institutionen um den See eine Ausnahme. Jedoch stehen Riedwiesen, ihre Tier- und Pflanzenarten, wie die Sibirische Schwertlilie, als Sinnbild für verantwortungsvollen Umgang mit der Natur- und Kulturlandschaft und repräsentieren die Region.

 

Patrick Ritter

„Es gibt kein Bodenseebewusstsein. Es gab so eine Phase, in der der Gewässerschutz zusammengeschmiedet hat und da war klar, da geht es um Sein oder Nichtsein, da geht es um unser Lebensmittel Nummer eins, unser Wasser. Und was da im Zusammenhang mit der Sanierung des Bodensees geleistet worden ist, das ist über jeden Zweifel erhaben.“
Harald Jacoby, ehem. Geschäftsführer der Bodensee-Stiftung

 

Aktuelles

Die nächste Veranstaltung findet statt, am Sonntag, den 22. März 2009, um 11 Uhr vormittags, im LOCORAMA Romanshorn (Egnacherweg 1)

Mit den Podiumsgästen:

  • Lucia Studer (Institut für sozialwissenschaftliche Regionalforschung, Bregenz)
  • Claudius Graf-Schelling (Regierungsrat, Kanton Thurgau)
  • Thomas Willauer (Bodensee-Magazin, Konstanz)