GrenzRaumSee

Eine ethnographische Reise durch die Bodenseeregion

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„Regionenmacher“

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Visiten bei grenzüberschreitenden Institutionen

Die Geschichte grenzüberschreitender Kooperationen am Bodensee kann bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückverfolgt werden. Der Zweite Weltkrieg unterbrach jedoch die bis dahin entstandene Zusammenarbeit. Erst in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde diese wiederbelebt – zunächst, um gemeinsam gegen die hohe Schadstoffbelastung des Sees anzugehen.

Die wird die Bodenseeregion, die an vier unterschiedlichen Nationalstaaten Anteil hat, gestaltet und vor allem wer formt sie? Geht man diesen Fragen in der Region nach, stößt man immer wieder auf vier Institutionen: das Interreg-Programm, die Internationale Bodenseekonferenz (IBK), den Bodenseerat und die Bodensee-Stiftung.

Das Interreg-Programm ist eine Gemeinschaftsinitiative der EU-Kommission. Ziel ist es, die Regionen stärker in die EU einzubinden und die Nachteile, die sich aufgrund der peripheren Lage von Grenzregionen ergeben können, zu beseitigen. Daher fördert das Interreg-Programm verschiedene grenzübergreifende Projekte, welche die regionale Wirtschaft stärken und Netzwerke aufbauen sollen. Auch die Internationale Bodenseekonferenz (IBK) erhält Fördergelder aus dem Interreg-Programm: Durch ihre Arbeit werden zahlreiche grenzübergreifende Projekte realisiert, sie gestaltet daher die Bodenseeregion maßgeblich mit. Mit der IBK verbunden ist der Bodenseerat, der sich mit Umwelt-, Verkehrs- und Raumplanungsproblemen befasst und der IBK verschiedene Vorschläge für mögliche Projekte vorlegt. Der Bodenseerat versteht sich als Vertreter der Bevölkerung und als ergänzender Partner der IBK. Die Bodensee-Stiftung setzt sich dagegen primär für Aktivitäten zur Erhaltung und Entwicklung von Natur, Landschaft und natürlichen Ressourcen ein.

Um ihre Ziele zu verwirklichen, sind die einzelnen Institutionen auf die Vernetzung untereinander angewiesen. Diese ist Teil ihres Selbstverständnisses und ihrer Arbeit. Dabei erweisen sich persönliche Netzwerke als besonders wichtig. Denn es sind letztlich einzelne Akteure, die Regionenmacher, die Projekte verwirklichen und die Region gestalten. Gerade die gemeinsame Lösung von Problemen und der Einbezug von Akteuren aus verschiedenen Handlungsfeldern leisten einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Bodenseeregion.

 

Hannah Kaltarar, Eva-Maria Rost, Gianna Scharnberg & Brent Wood

„Interreg will nicht nur ein Fördergeldverteiler sein. Wir verstehen uns als proaktives Projektmanagement, das Anstöße für grenzüberschreitende Projekte gibt und aktiv etwas tun will, um die Leute an einen Tisch zu bringen.“
Tobias Schneider, Interreg

Die IBK könnte man als Spinne im Netz – im positiven Sinne – bezeichnen. Durch sie finden alle Länder und Kantone zusammen.“
Tobias Schneider, Interreg

„Alles was Leute bedrückt, wird durch den Bodenseerat zum Thema gemacht. Es werden keine Themen ausgeklammert.“
Robert Maus, Bodenseerat

„Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit politischen Institutionen ist aus unterschiedlichen Gründen nicht immer ganz einfach.“
Patrick Trötschler, Bodensee­stiftung

„Ohne persönliche Netzwerke geht es nicht.“
Tobias Schneider, Interreg

„Man hat eben seine Bezugspersonen, das heißt bestimmte Kanäle, über die man geht, wenn man etwas erreichen will.“
Klaus-Dieter Schnell, Internationale Bodenseekonferenz

 

Aktuelles

Die nächste Veranstaltung findet statt, am Sonntag, den 22. März 2009, um 11 Uhr vormittags, im LOCORAMA Romanshorn (Egnacherweg 1)

Mit den Podiumsgästen:

  • Lucia Studer (Institut für sozialwissenschaftliche Regionalforschung, Bregenz)
  • Claudius Graf-Schelling (Regierungsrat, Kanton Thurgau)
  • Thomas Willauer (Bodensee-Magazin, Konstanz)